| Internationales Guggenmusiktreffen |
Nach langer Vorbereitungszeit hat das Organisationsteam um Aschi Peier herum das 3. Internationale Guggenmusiktreffen auf die Beine gestellt und sehr erfolgreich durchgeführt, das möchte ich gleich zu Anfang betonen.
Die Veranstalter hatten wohl mit etwas mehr Begeisterung gerechnet und neben der Halle noch ein Zelt aufgestellt. Doch schon am Freitag hatte sich gezeigt, daß die Halle mehr als ausreichend war. Richtige Guggen-Stimmung wollte aber am ersten Abend noch nicht so recht aufkommen. Wir waren gespannt, was die Wochenendtage versprechen sollten. Das Wetter jedenfalls hatte seine eigenen Meinung und kippte just zu diesem Wochenende. Gab es wochenlang am Stück das schönste Wetter, zeigte sich nun das Tiroler Land von seiner durchwachsenen Seite. Was kann einem die Stimmung mehr verhageln als Dauerregen zum Sternenmarsch mit anschl. Monsterkonzert unter freiem Himmel? Doch Petrus zeigte sich dann schlußendlich gnädig und bedachte Umzugsteilnehmer und Zuschauer nur mit ein paar harmlosen Tröpfchen, die es nicht nötig machten auch nur den Regenschirm aus der Hülle zu ziehen. Soweit so gut. Zwischen 17 und 18 Uhr war die schmale Durchfahrtsstraße durch die Stadtmitte von Imst für den allgemeinen Verkehr gesperrt. 20 min vor 17 Uhr waren hier und da schon einige Guggen zu erkennen. Doch wo sind die Zuschauer? An Werbung in Form von Flyern, Plakaten und sonstigen kann es nicht gelegen haben... Doch aller Zweifel war unbegründet. Als der Sternenmarsch sich im Bewegung setzte und die Guggentöne durch die engen Gassen drangen, kamen die Zuschauer auch endlich in Scharen heraus. Punkt 17 Uhr ertönten Böllerschüsse als Startsignal. Von zwei entgegenliegenden Treffpunkten steuerten die 20 Guggengruppen einem gemeinsamen Ziel, dem Gurgelstadion, entgegen. Am Vereinigungspunkt der beiden Wege war das dichteste Gedränge und es herrschte ausgelassene Stimmung. In angemessenem Abstand folgte Gugge um Gugge ihrem Weg und lehrte den Tirolern, was Guggenmusik ist, denn anders als in D und CH ist in A Guggenmusik bei weitem noch nicht so bekannt. "Imst vibriert" - so der Slogan - und wohl kein BassDrumSpieler ließ sich die Gelegenheit nehmen und haute unter einer breiteren Straßenunterführung mal so richtig links und rechts auf die Felle. Hier war die Gelegenheit und sie wurde genutzt. Aber Imst vibrierte nicht nur an dieser Stelle... Endlich! Alle Gruppen haben Formation im Stadion bezogen. Die Tribüne voll besetzt und auch die Stehplätze waren bestens besucht. Kaum ein Umzugszuschauer, der das Monsterkonzert verpassen wollte - und so waren alle dem Umzugsende gefolgt. Kurz und knapp war die Reden von Aschi Peier - er übergab an den Monster-Diri. Von erhöhter Position aus zählte er kurz ein - mehr ist bei einem Monster eigentlich auch nicht nötig. Seine Arme gaben den Takt vor und das ist dann auch schon alles, was er bei einem Monster zu beeinflussen vermag. Nicht nur ich war tief beeindruckt, denn es war ein sehr gelungenes Monster. Jede Gugge war bemüht - und das merkte man deutlich. Der weitaus schwierigere Teil lag dem Diri aber noch bevor. Das einzählen und das halbwegs zeitgleiche einsetzen aller Guggenmusiker ist das eine - sie dann wieder zu stoppen das andere. Genau hier liegt oft das Problem bei Monsterkonzerten - keiner will aufhören. Nicht so in Imst! Das klappte hier perfekt und der Beifall bekundete: es kam an - die Imster haben Guggenmusik erlebt, erfahren und angenommen. Schon formierten sich die Fans und schrien lautstark nach Zugabe. Ich vermag es nicht zu sagen, ob es so geplant war - eine lautstarke Trompete jedenfalls stimmte an und alle stimmten mit ein. Gar so harmonisch wie das erste Lied war es dann doch nicht - aber das war auch nicht wichtig. Ich hatte meine Gänsehaut. Es ist schon was ganz etwas besonderes, wenn ca. 800 Musiker gleichzeitig ihre Töne und Takte in die Luft schmettern. Frohe Gesichter im Publikum, erleichterte Mienen bei den Veranstaltern. Gelungen - Punkt und fertig. Man bewegte sich nun langsam in die Halle. Auch heute am Samstag blieb das Guggenzelt leer - der Spielplan sah vor, daß sowohl in der Halle wie auch im Zelt die Guggen auftreten. Kurzerhand legte man beide Spielpläne zusammen. Ich nehm es gleich vorweg: wir haben nicht bis zum Ende ausgehalten. Logisch, daß jeder auf der Bühne spielen will - doch den Zuschauern war es zu viel. In der mäßig besetzten Halle waren auch leider nur wenig Nichtguggen zu gegen. Die Bühne bot viel Platz - ein bischen Deko hätte nicht geschadet - aber es zählt ja in erster Linie die Musik, sowie Speis und Trank. In roten T-Shirts bekleidete junge Mädchen waren emsig bemüht, die Bestellungen an die Tische zu liefern. Toll organisiert! Respekt! Da war wirklich für jeden was dabei - einschl. das Kaffeezelt! In der Bar wäre man gut beraten gewesen, hätte man eine Sonnenbrille dabei gehabt - das Neonlicht war viel zu hell. Aber die Stimmung war gut. Eine Gugge nach der anderen... Guggenmusik pur. Die als "Van Helsing" kostümierten und schaurig perfekt geschminkten Staaner Schränzer aus Stein am Rhein (CH) waren ein Höhepunkt für mich. Aber auch die Spältaschränzer aus Feldkirch (A) haben die Halle mächtig gerockt. Als weiteren Höhepunkt möchte ich noch die im Schottenrock angereisten Nachtfalter Schränzer aus Pratteln (CH) erwähnen. Guggenmusik und Dudelsack - hat mir persönlich saustark gefallen. Aber die Geschmäcker sind ja verschieden - und eigentlich sollte jede Gugge hier erwähnt werden. Welche weiteren Höhepunkte mir an diesem Abend noch entgangen, kann ich leider nicht sagen. Dieser Guggenmarathon war einfach zu viel. An einem langen Frühstücksbuffet stärkten sich die Guggenmusiker am Sonntagmorgen. Einige von ihnen mußten anschließend noch im sportlichen Wettstreit den Sieger ermitteln. Imst zeigte sich von seiner sonnigen Seite und der Abschied viel schwer. Wie schön am Anfang erwähnt: es war ein tolles Guggentreffen - es hat gefunkt und bleibt zu hoffen, daß auch von Tirol aus sich der Guggenvirus in Österreich stärker als bisher zu verbreiten vermag. Dieses Treffen war eine super Werbung für die Vielfalt und Abwechslung, die Guggenmusik allgemein bietet. Ich drücke dem Organisationsteam fest die Daumen für die 4. Veranstaltung dieser Art!
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| Zuletzt aktualisiert am Samstag, 21. November 2009 um 12:51 Uhr |















